LSV Deutschland e.V. fordert schnelles politisches Handeln: Landwirtschaft unter massivem Druck
Berlin, 23. März 2026 – Vertreter des LSV Deutschland e.V. haben sich zu einem Austausch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat getroffen. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlich angespannte Lage der Landwirtschaft, die CO₂-Steuer auf Agrardiesel, Fragen der Energieversorgung, Marktinstrumente sowie internationale Wettbewerbsbedingungen.
Ein zentrales Thema war die CO₂- Bepreisung auf Agrardiesel.
Der LSV machte deutlich, dass diese aus Sicht der landwirtschaftlichen Praxis keine Lenkungswirkung entfaltet, da es aktuell an realistischen Alternativen fehlt.
Hagen Stark, Vorstand im LSV Deutschland stellte klar: „Für uns ist das keine Lenkungssteuer, sondern eine Strafsteuer.“
Zugleich wurde betont, dass elektrisch betriebene Landtechnik derzeit keine praktikable Lösung im Ackerbau darstellt und alternative Kraftstoffe politisch kaum noch eine Rolle spielen.
Im Zusammenhang mit der Energieversorgung wurde außerdem die Bedeutung der Landwirtschaft als kritische Infrastruktur hervorgehoben. Ohne eine gesicherte Dieselversorgung sei die Produktion nicht aufrechtzuerhalten.
Ein weiterer Schwerpunkt war der freiwillige Lieferverzicht gegen Entschädigung. Der LSV äußerte Unverständnis darüber, dass dieses Instrument auf der Agrarministerkonferenz abgelehnt wurde, obwohl es bereits in der Vergangenheit angewendet wurde.
Hagen Stark betonte: „Das ist für uns unverständlich – es wird ja kein Erzeuger gezwungen. Dafür gibt es den Krisenfonds.“ Zugleich stellte er die wirtschaftliche Kernfrage: „Wie kompensiere ich den Preisverlust?“
Die Vertreter des LSV schilderten die wirtschaftliche Situation der Betriebe als zunehmend existenzbedrohend. In nahezu allen Produktionsrichtungen stehen niedrige Erzeugerpreise stark gestiegenen Kosten gegenüber.
Marc Berger, Vorstand beim LSV Deutschland e.V. erklärte:
„Die Kosten explodieren – wir können die steigenden Kosten nicht weitergeben.“ Marc Bernhard (LSV Sachsen e.V.)
warnte vor den langfristigen Folgen: „Wir haben generell desaströse Erzeugerpreise.“
„Wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit wir in 10 bis 15 Jahren nicht in eine Unterversorgung laufen.“
Auch internationale Handelsfragen wurden angesprochen. Der LSV kritisierte insbesondere Importe von Produkten, die nicht unter den in der EU geltenden Standards erzeugt wurden.
Dabei wurden unter anderem Eierimporte aus der Ukraine thematisiert, die nachweislich mit in der EU verbotenen Antibiotika belastet waren. Aus Sicht des Verbandes stellt dies eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung dar, da heimische Betriebe strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegen, die für importierte Ware offensichtlich nicht in gleicher Weise gelten.
Im Zusammenhang mit Importen forderte der LSV eine Verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf EU- Ebene, um Transparenz für Verbraucher zu schaffen.
Marc Bernhard betonte: „Der Kunde muss wissen, wo die Ware herkommt.“
Hagen Stark ergänzte: „Es kann nicht sein, dass alles vermischt wird.“
Ein weiterer zentraler Punkt war die Forderung nach Verbindlichen Lieferverträgen vor der Produktion
Der LSV machte deutlich, dass Betriebe oft produzieren, ohne Sicherheit über Preise, Mengen oder Abnahme zu haben.
Aus Sicht des LSV braucht es klare Vereinbarungen bereits vor Produktionsbeginn, um mehr Planungssicherheit für die Betriebe zu schaffen und das wirtschaftliche Risiko besser abzusichern.
Fazit
Der LSV Deutschland e.V. sieht die Landwirtschaft an einem kritischen Punkt. Steigende Kosten bei gleichzeitig niedrigen Erzeugerpreisen führen aus Sicht des Verbandes zu einer zunehmend instabilen Lage mit der Gefahr erheblicher Strukturbrüche.
Der Verband machte deutlich, dass weitere Gespräche notwendig sind und die angesprochenen Probleme zeitnah und konkret angegangen werden müssen, anstatt sie erneut aufzuschieben.


